Zum Ende des diesjährigen Sommers gab es für die Langstreckenschwimmer*innen in Niedersachsen mit den Landesfreiwassermeisterschaften noch einen spannenden Wettkampf. Die Wasserfreunde Northeim hatten sich angeboten, diese sehr aufwändige Veranstaltung auszurichten und durften die Sportler*innen aus 34 niedersächsischen Vereinen sowie jeweils einem Verein aus den Bundesländern Bremen und Nordrhein-Westfalen und zwei Vereine aus Hessen an der Northeimer Seenplatte begrüßen. Im Angebot waren die 2,5 km am Vormittag, die 3 x 1.250 m Staffeln am frühen Nachmittag und die 5 km am späteren Nachmittag. Insgesamt gab es 184 Einzel- und 39 Staffelmeldungen.
Nachdem das Wetter in der letzten Woche nicht mehr mit neuen Hitzerekorden, sondern eher Gewittern, Regen und durchwachsenen Temperaturen aufwartete, trafen die Schiedsrichter bereits am Freitag die Entscheidung, dass nur die Mastersschwimmer ohne Neoprenanzug schwimmen durften und alle Schwimmer unter 20 Jahre einen Anzug anziehen mussten. Da die Wassertemperatur am Freitag nur 19,1 Grad betrug, war dies eine fürsorgliche Entscheidung zum Wohle der jungen Teilnehmer und auch eine bessere Planungsmöglichkeit für die Vereine, als die in der Ausschreibung vorgeschriebene Frist von 90 Minuten vor Wettkampfbeginn.
Bei gutem Wetter trafen sich die Freiwasserbegeisterten mit ihren Trainern und Fans am See und erlebten eine tolle Veranstaltung. Es gab mäßigen Wind und viel Sonnenschein und sehr viele gute Leistungen im Northeimer Kiessee. Alleine die Leistung, bei diesen Temperaturen, die verschiedenen Strecken im See zu absolvieren, verdient schon Bewunderung.
Der erste Abschnitt begann mit den 2500 m der Frauen. Aufgrund der Neopflicht hatte es einige Abmeldungen gegeben, aber es waren 36 junge Schwimmerinnen und 18 Masterschwimmerinnen an der Startlinie. Dann begannen die zwei großen Runden im See von jeweils 1250 m. Als schnellste Schwimmerin verließ Hanna Lemmermann (2008) vom Delmenhorster SV bereits nach nur 32:45,63 das Wasser, gefolgt von Ihrer Teamkameradin Emelie Marie Maßberg (2008), die nach 33:26,20 am Zielbrett angeschlagen hatte. Die Bronzemedaille in der Landeswertung sicherte sich Marissa Röttger (2011) vom MTV Goslar mit einer Endzeit von 34:35,23.
Nach den Damen sammelten sich die Herren im Startbereich und hier waren 33 junge Schwimmer und 15 Masterschwimmer dabei. Mit deutlichem Vorsprung entschied Tim Oberbeck (2009) von Eintracht Hildesheim dieses Rennen in 30:21,52 für sich. Auf dem Silberrang folgten Frederik Schöne (ebenfalls Jahrgang 2009) von der SSG Braunschweig und Tjark Meiners (2012) vom Polizei SV Oldenburg, die sich ein Kopf-an-Kopf rennen geliefert hatten und gleichzeitig nach 31:33,99 am Zielbrett anschlugen.
Nach den Siegerehrungen begann der Abschnitt 2 mit insgesamt 5 verschiedenen Staffelwettkämpfen. Die Wertung der Jugend mit den Jahrgängen 2014 bis 2011 entschied der Delmenhorster SV für sich. Nach 51:26,83 war die Mannschaft mit Floyd Düker (2012), Leylani Alexa Penderak (2013) und Kieril Rudko im Ziel. Nach Beendigung ihrer jeweiligen Runde waren Isabella Janitzki (2012), Marissa Röttger (2011) und Noah Saretzki (2011) vom MTV Goslar mit einer Gesamtzeit von 52:33,89 auf dem Silberplatz dabei. Bronze ging in 1:01.42,27 an das Team der TWG 1861 Göttingen mit Elina Unruh, Samuel Schnedler und Ella Pauline Rozek (alle Jahrgang 2012). Die nächste Wertungsgruppe waren die Jahrgänge 2010 bis 2007. Hier sicherte sich erneut das Team des Delmenhorster SV den Sieg. Nach 51:37,17 waren Hanna Lemmermann, Emilie Marie Maßberg und Aron Denker (alle 2008) bereits wieder zurück und hatten einen deutlichen Vorsprung vor dem Silberteam des TV Jahn Wolfsburg, die nach 57:53,02 ihre Runden beendet hatten. Für die Wolfsburger im Wasser waren Bennet Rath (2007), Isabelle Böhm (2010) und Charlotte Marie Chemelensky (2008). Die Bronzemedaillen erschwamm sich erneut das Team der TWG 1861 Göttingen. Jasper Streich (2009), Léah Takenga (2010) und Olivia Schröder (2010) schwammen 59:20,64.
In den beiden Masterstaffelwertungen war nur jeweils eine Mannschaft am Start. Die Masters 1 (60 – 199 Jahre) gewann die Mannschaft der SGS Hannover mit Michael Materna, Ida Clausing und Eike Brockmüller in 1:04,02,39. Für die andere Masterswertung 120 Jahre und älter sicherte sich die Goldmedaillen das Team des ASC Göttingen mit Daniel Gerbode, Stephanie Schwank und Holger Ludwig. Sie waren bereits nach 57:54,74 mit ihren Teamrunden fertig.
In der Vereinsstaffelwertung mit Jugend und Masters waren insgesamt 9 Mannschaften am Start. Der Sieg ging an die TWG 1861 Göttingen mit Leon Christopher Taube, Alke Heise und Anton Streich und einer guten Zeit von 52:37,21. Die Silbermedaillen wurden an das junge Team des TSV Adendorf vergeben. Tammo Stenzel, Alexa Steep und Tomke Stenzel waren nach 56:04,39 am Ziel und freuten sich sehr über ihr gutes Rennen. In dieser Wertungskategorie ging dann die Bronzemedaille an das Grafen Schwimmteam. Hier waren Carl Bittendorf, Smilla Koriath und Inke Illies mit ihrer Endzeit von 57:28,05 ebenfalls unter der Stundenmarke geblieben.
Die Sonne wärmte an diesem Spätsommertag auch im dritten Abschnitt noch die Zuschauer, die gespannt auf den Start der 5 km Schwimmerinnen und Schwimmer warteten. Kurz nach 16 Uhr ging es dann los und dieses Mal standen vier Runden im See auf dem Programm. 11 Schwimmerinnen und 19 Schwimmer waren dieses Mal am Start. Bei den Damen ging der Landestitel in der offenen Wertung an Ida Martin (09) von der SG Syke/Barrien in 1:20,48,77. Die ein Jahr jüngere Alexa Steep vom TSV Adendorf sicherte sich in 1:21,51,95 die Silbermedaille und Bronze gewann die Mastersschwimmerin Stephanie Schwank vom ASC Göttingen in der AK 35 mit ihrer Endzeit von 1:22:50,39.
Bei den Herren konnte man vom Ufer aus nicht genau erkennen, wer denn jetzt wirklich das Rennen über 5 km für sich entscheiden konnte. Über vier Runden hatten sich Floyd Düker (2012) vom Delmenhorster SV und Tim Oberbeck (2009) von der Eintracht Hildesheim nicht aus den Augen verloren und waren dicht beieinandergeblieben. Am Ziel hatte dann Floyd die Hand zuerst am Brett und holte sich die Goldmedaille nach 1:08:02,30. Für Tim war es nach 1:08:02,61 dann die Silbermedaille. Ein einsameres Rennen absolvierte Carl Bittendorf (2000) vom Grafen Schwimmteam. Den Anschluss an die beiden Spitzenschwimmer hatte er nach Runde 2 verloren, aber auch die beiden Viertplatzierten, die nach 1:20:30,02 gemeinsam finishten, konnten nicht zu ihm aufschließen. So schwamm Carl seine Runden 3 und 4 ziemlich alleine auf dem See und holte sich für seine Endzeit von 1:11:32,83 die Bronzemedaille.
Ein sehr großer Dank geht an die DLRG vor Ort, die mit einem großen Team jederzeit die Sicherheit der Sportler*innen im Blick hatte und die Strecke mit zahlreichen Booten gut absicherte. Das Team der Wasserfreunde Northeim sorgte für eine schnelle Auswertung, so dass bereits kurz nach Ende der einzelnen Abschnitte die Siegerehrungen erfolgen konnten. In diesem Jahr gab es neben der Wertung auf Landesebene auch noch die Wertung aller vier Schwimmbezirke des Landes Niedersachsen, so dass einige Schwimmer*innen mit einem wahren Medaillenregen wieder nach Hause fahren konnten. Vereine, die nicht dem LSN angehörten, konnten bei der gleichzeitig angebotenen Northeimer Freiwassermeisterschaft über die angebotenen Strecken starten und wurden ebenfalls mit Medaillen in der offenen Wertung geehrt. Beim Freiwasser sind die Wenderichter und der Schiedsrichter für die komplette Dauer eines Abschnittes auf dem Wasser und beobachten die Wenden an den jeweiligen Bojen bzw. das komplette Rennen, auch die Zielrichter und Zeitnehmer standen am Bootssteg weit entfernt vom Platz, wo der Start, die Auswertung und Siegerehrungen stattfanden. Die Wasserfreunde Northeim sorgten in den Pausen zwischen den Abschnitten für eine tolle Verpflegung der Kampfrichter und DLRG Helfer und verdienen einen besonderen Dank für Ihre Mühe.
Nachfolgend schon mal einige Siegerehrungsbilder, weitere folgen.



























