In der Akademie des Sports in Hannover kamen am vergangenen Wochenende 85 Teilnehmende aus ganz Niedersachsen zusammen, um sich rund um das Thema Anfängerschwimmen weiterzubilden und zu vernetzen.
Zum Start am Samstag begrüßte LSN-Vizepräsident Breitensport Matthias Michaelsen die Teilnehmenden und gab den Auftakt für ein vielseitiges Programm. Gleich zu Beginn gab es direkt noch einen besonderen Überraschungsmoment: Denise de Vries, Teilnehmerin und LSN-Referentin, wurde mit der LSN-Verdienstnadel ausgezeichnet – die Freude war ihr (und dem Publikum) deutlich anzusehen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Denise! Wir sind sehr dankbar für deine wichtige und engagierte Arbeit im Bereich der Anfängerschwimmausbildung!
Direkt danach ging es mit Dr. Lilli Ahrendt und dem sogenannten „Hütchen-Prinzip“ los – ein spannender Ansatz, bei dem Farben genutzt werden, um Schwimmanfänger:innen mehr Orientierung zu geben. Nach der Mittagspause wurde das Thema nochmal praktisch und visuell vertieft.
Im Anschluss daran stellte Gerti Junge ihr Konzept zur Wassergewöhnung vor. Sie arbeitet viel damit, dass die Eltern auch mit ins Wasser gehen und die sie somit am Lernprozess ihrer Kinder im Wasser teilhaben. Am Nachmittag ging es weiter mit dem Praxisteil. Im Schwimmbad konnten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops selbst aktiv werden: von Wassergewöhnung über spielerische Übungen im Wasser (bei Derya Özayiner) bis hin zu schwimmerischer Früherziehung und einer methodischen Übungsreihe zum Erlernen des Delfinschwimmens (bei Olympiateilnehmerin Karina Kusch) war alles dabei.
Auch der Sonntag hatte einiges zu bieten: Dennis Yaghobi gab einen Einblick in die aktuellen LSN-Schulungen im Bereich Zertifizierung und stellte dabei auch die neuen Ausbildungen zum Schwimmlernbegleiter und Schwimmausbilder vor. Hierbei sollten sich die Teilnehmenden ein Zuklunftsbild vorstellen: Wie sieht das Schwimmenlernen in der Zukunft aus?
Mit dem DOSB-Projekt „Learn to Swim“ brachte Christian Karsch anschließend eine weitere wichtige Perspektive ein. In seinem interaktiven Vortrag band er die Teilnehmenden immer wieder aktiv ein, unter anderem mit einem kleinen Quiz rund um die Schwimmausbildung. Eine Frage daraus blieb definitiv hängen: Wie viele Menschen ertrinken weltweit jedes Jahr? Hättet ihr es gewusst? Die Antwort ist erschreckend: rund 120.000 Menschen. Ein eindrücklicher Moment, der noch einmal deutlich gemacht hat, wie wichtig gute Schwimmausbildung ist. Anhand von Videomaterial zeigte er, wie man mit wenigen Übungen Sicherheit im Wasser vermitteln kann…Seestern auf dem Rücken, schweben, eigener Antrieb ohne Panik. Nach der Mittagspause wurde das Thema noch praxisnäher und spielerischer vertieft. Einige Übungsideen konnten die Teilnehmenden direkt im Saal ausprobieren, zum Beispiel kleine Reaktionsspiele wie das Abtauchen unter einer über den Kopf geführten Poolnudel.
Ein Highlight zum Abschluss war die Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen aus Praxis und Verband. Hierbei ging es um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven im Bereich Anfängerschwimmen. Moderiert wurde die Runde von Sascha Dalig. Gemeinsam mit Dr. Janina Braun, Carolin Friedrich, Yannick Hagedorn, Christian Karsch, Denise de Vries und Dennis Yaghobi wurden zentrale Themen intensiv diskutiert – darunter der aktuelle Stand der Schwimmfähigkeit in Niedersachsen, die besonderen Herausforderungen in ländlichen Regionen sowie die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen und weiteren Akteuren der Schwimmförderung. Zum Abschluss stellte Sascha Dalig die Frage, wie sich das Schwimmenlernen in Zukunft entwickeln sollte. Die Antworten zeigten deutlich: Es gibt großes Potenzial, aber auch jede Menge Handlungsbedarf. Genannt wurden unter anderem Schwimmen als grundlegende Kompetenz, vergleichbar mit Lesen und Schreiben, der Ausbau von Lehrschwimmbecken als Basis für eine flächendeckende Ausbildung, eine frühzeitige Förderung bereits im Kita-Alter sowie eine intensivere Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Und: Ohne Breite keine Spitze!
Neben dem inhaltlichen Programm kam auch der Austausch nicht zu kurz: In den Pausen wurde viel diskutiert und vernetzt. Die Fotowand mit verschiedenen LSN-Accessoires sorgte für eine abwechslungsreiche Atmosphäre, während bereitgestellte Materialien und Literatur zusätzlichen Input boten. Auch das Thema Safe Sport war präsent: Die Ergebnisse unserer Safe Sport Umfrage wurden ausgestellt und regten zum Nachdenken an.
Zum Abschluss bedankte sich LSN-Lehrreferentin Gesa Fricke bei allen Referent:innen und Teilnehmenden für ein rundum gelungenes Wochenende. Ein Wochenende, das gezeigt hat: Gute Ausbildung und Austausch sind entscheidend, um Kindern den sicheren Einstieg ins Wasser zu ermöglichen.


































