Die Zahlen, die am 14. Januar 2026 im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestages präsentiert wurden, sind ein Weckruf: Jährlich verlassen rund 500.000 Kinder die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Das ist jedes zweite Kind. Der DSV hat vor den Abgeordneten klargestellt, dass wir einen „historischen Bruch“ erleben und Schwimmenlernen wieder zur nationalen „Chefsache“ werden muss. Wir als LSN unterstützen die Vision, diese Zahl bis 2035 auf Null zu senken und möchten hier in Niedersachsen direkt ansetzen.
Der Plan des DSV: Was der Spitzenverband fordert
In seiner Handreichung an den Bundestag hat der DSV einen konkreten Fahrplan vorgelegt, um die Zahl der Nichtschwimmer:innen bis 2035 auf Null zu senken und die strukturelle Krise zu lösen. Die zentralen Forderungen umfassen:
- Zentrale Koordination: Die Umsetzung des „Deutschen Schwimmbadplans“ soll als dauerhaftes politisches Ziel für die nächsten 15 Jahre verankert werden.
- Digitale Plattform: Ein bundesweiter „Marktplatz“ soll Angebote, Wasserzeiten und Ausbildungen transparent und leicht zugänglich machen.
- Einheitliche Standards: Um den „Wildwuchs“ an Kursen zu beenden, fordert der DSV bundesweit einheitliche Lernziele und Kompetenzstufen.
- Monitoring: Die Schwimmfähigkeit soll künftig systematisch erfasst werden, beispielsweise im Rahmen kinderärztlicher Vorsorgeuntersuchungen, um Fortschritte messbar zu machen.
- Finanzielle Förderung: Der Haushaltsausschuss hat bereits 20 Mio. Euro für die Schwimmausbildung bereitgestellt, die nun gezielt in moderne Ausbildungsprogramme fließen sollen
LSN-Offensive: Qualifizierung und Ganztag in Niedersachsen
Wir als LSN nehmen diese Impulse direkt auf. Da Schwimmenlernen pädagogisch höchst anspruchsvoll ist, verstehen wir Qualifizierung als unseren zentralen Hebel. Mit dem Start des verbindlichen Ganztags in Niedersachsen ab diesem Sommer bieten sich neue Chancen: Wir wollen Vereine und Schulen vernetzen, damit Schwimmunterricht nicht an organisatorischen Hürden scheitert.
Keine Ausreden mehr beim Bädermangel
Ein Hauptkritikpunkt im Bundestag war die marode Infrastruktur. „Schwimmenlernen scheitert dort, wo Wasserflächen fehlen oder Bäder geschlossen werden.“, so der DSV in seiner Handreichung. Auch in Niedersachsen ist die Lage durch fehlende oder marode Lehrschwimmbecken oft kritisch. Unser LSN-Sonderbeauftragter für das Bäderwesen und ehemaliger LSN-Präsident, Wolfgang Hein, setzt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit der Bäderallianz für den Erhalt und Ausbau der Schwimmstätten ein. Sein Einsatz gilt nicht nur der Sanierung bestehender Becken, sondern einer bundesweiten Infrastruktur-Strategie, die mehr Wasserflächen für den Schul- und Vereinssport sichert.
Wir fordern gemeinsam mit dem DSV: Schwimmbäder dürfen keine „freiwillige Leistung“ der Kommunen sein, sondern sind die Grundlage der Daseinsvorsorge.
Während der DSV auf Bundesebene die strategischen Weichen stellt, werden wir auf Landesebene weiterhin lautstark für die Umsetzung kämpfen. Denn uns liegt die Sicherheit unserer Kinder am Herzen: Schwimmen ist kein Hobby, sondern eine lebensnotwendige Grundkompetenz und ein Stück Kulturgut, das wir bewahren müssen.
Hier findet ihr weitere Infos und Details:
Handreichung des DSV Offizielle Pressemitteilung Deutscher Schwimmbadplan
